05.08.2014
Umwelttechnik

3-stufiges Umkehrosmose-Verfahren: WEHRLE gewinnt neuen Auftrag zur Reinigung der Sickerwässer der Deponie Grammatiko in Athen

Die WEHRLE Umwelt bietet zumeist Konzepte mit einer vollständigen Stickstoffentnahme in einem Membranbioreaktor zur Sickerwasserreinigung an. Umkehrosmose und Nanofiltrationsverfahren wurden in der Vergangenheit nur als Nachbehandlungsstufe zu einem MBR mit vollständiger Nitrifikation angeboten. Diese Kombinationsverfahren haben sich bewährt, besonders bei hohen organisch und stickstoffhaltigen belasteten Sickerwässern. Auch die Entsorgung der anfallenden Konzentrate aus den Membrananlagen gestaltet sich mit der vollständigen Nitrifikation nachhaltiger. Parallel dazu besteht aber auch ein Markt für reine Membranverfahren, besonders bei geringeren organischen Belastungen und kleineren Sickerwassermengen oder bei einem vorgeschalteten einfachen biologischen Verfahren. Wenn dann parallel dazu die Rückführung der Konzentrate in den Deponiekörper genehmigt ist und eine Akkumulation der Salze verhindert werden kann, sind Umkehrosmoseanlagen in Containerweise besonders in den Investitionskosten sehr attraktiv. Aufgrund dessen bietet WEHRLE diese Technologie nun schon seit einiger Zeit ebenfalls an.

Im Zuge einer öffentlichen Ausschreibung schaffte es WEHRLE, einen weiteren Auftrag mit reiner Umkehrosmosetechnik gegen namhafte Konkurrenten zu gewinnen. Im April wurde ein neuer Auftrag zur Lieferung einer Deponiesickerwasserreinigungs-anlage in Griechenland gewonnen. Es ist bereits die zweite Umkehrosmoseanlage zur Sickerwasserreinigung, die WEHRLE an das griechische Bauunternehmen Mesogeos S.A. liefert.

Anlagenstandort ist die griechische Hausmülldeponie Grammatiko (Athen), auf der jährlich ungefähr 100.000 Tonnen Hausmüll verarbeitet werden sollen. Die Deponie Grammatiko ist eine der größten Mülldeponien der Stadt Athen, so dass tendenziell eher mit einem Anstieg der täglichen abzulagernden Abfallmengen zu rechnen ist.

Das am Deponiestandort vorgesehene Konzept umfasst die Kohlenstoffentnahme in einer konventionellen Belebungsanlage, welche um ein von WEHRLE geliefertes, 3-stufiges Umkehrosmoseverfahren zur Stickstoff- und zur CSB-Rückhaltung erweitert werden soll. Die WEHRLE-Osmoseanlage ist auf eine tägliche Sickerwassermenge von 175 m3 mit einer CSB-Konzentration von 2.000 mg/l und einer Konzentration von 1.800 mg/l an Gesamtstickstoff ausgelegt. Es wird davon ausgegangen, dass eine stabile Nitrifikation in der vorgeschalteten konventionellen Biologie nicht ganzjährig sichergestellt werden kann. Deswegen wurde die Stickstoffkonzentration im Zulauf zur Osmose mit den anfallenden Rohsickerwasserkonzentrationen angesetzt. Bei einer Realisierung der biologischen Stufe als MBR mit einer vollständigen Stickstoffentnahme könnte eine einstufige Osmose oder eine Nanofiltration ausreichen, um das angestrebte Reinigungsziel zu erreichen. Da das Verfahren zur biologischen Vorbehandlung allerdings bereits zuvor festgelegt wurde, müssen die Stickstoff- und CSB-Anforderungen durch Aufkonzentrierung in einer 3-stufigen Osmoseanlage eingehalten werden.

WEHRLE wird die Anlage planen, bauen, und voraussichtlich Ende 2013 in Betrieb nehmen. Damit sind mittlerweile 10 Anlagen als reine Umkehrosmoseanlagen von WEHRLE ausgeliefert und 9 Anlagen in Betrieb.

Autoren: David Vu, Hubert Wienands