16.06.2015
Umwelttechnik

BIOSTREAM®-Reaktor + NF Anlage – WEHRLE gewinnt zweites Sickerwasserprojekt in Polen

Nach einem dreijährigen Projektvorlauf konnte WEHRLE am 16.06.2015 den Auftrag zur Erweiterung der Sickerwasserbehandlungsanlage am Standort der Deponie Eko Dolina unterschreiben.

Die bestehende Osmoseanlage mit Konzentratrückführung in den Deponiekörper wurde im Jahr 2006 in Betrieb genommen. Durch die Konzentratrückführung stiegen im Altbereich der Deponie der Ammoniumstickstoff und die Chloridkonzentrationen im Sickerwasser stetig an. Damit einher stiegen Schwefelsäurebedarf und Energieverbrauch deutlich an. Der Wirkungsgrad der Anlage fiel immer mehr zurück, so dass eine hydraulische Erweiterung notwendig wurde. Von einer biologischen Behandlung des Sickerwassers wurde von Fachleuten abgeraten. Mangels anderer Alternativen wurde die Erweiterung der bestehenden Anlage im Frühjahr 2012 ausgeschrieben.

WEHRLE hatte seinerzeit diese Ausschreibung mit einem sehr interessanten Preis bedient. Der Kunde hat daraufhin im Zuge der IFAT 2012 den WEHRLE-Stand und gleichzeitig die biologische Sickerwasserbehandlung der Deponie München Nordost besucht.

Durch den Besuch der biologischen Sickerwasserbehandlungsanlage in München entschied man sich dann für einen Versuch zur biologischen Sickerwasserbehandlung am Standort Eko Dolina, begleitet durch das Polytechnikum Danzig. Nach positivem Abschluss dieser Versuche wurde beschlossen, der bestehenden Osmoseanlage eine biologische Schadstoffentnahme mit Nanofiltration vorzuschalten und dadurch die Gesamtleistung und die Ausbeute der Gesamtanlage zu verbessern.

In dem jetzt auf Basis einer öffentlichen Ausschreibung beauftragten Konzept wird in einer ersten Stufe das Sickerwasser biologisch optimal gereinigt. Dabei werden auch die mittlerweile sehr hohen Stickstoffverbindungen weitgehend entnommen. Anschließend werden die schwer abbaubaren Inhaltsstoffe in einer Nanofiltrationsanlage konzentriert. Diese Konzentrate werden der bestehenden Osmoseanlage zugeführt, wo die Menge dann nochmals deutlich reduziert wird. Nach Inbetriebnahme des neuen Konzeptes werden nur noch Mengen von 5 bis 15 % der Deponie zurückgeführt. Da die biologisch abbaubaren Inhaltsstoffe in der Membranbioreaktoranlage vorher entnommen wurden, ist die Rückführung dieser Restmengen unproblematisch, und wird nach Inbetriebnahme zu fallenden Sickerwasserkonzentrationen in der Zukunft führen. Der weitere Konzentrationsanstieg ist somit dauerhaft gestoppt und damit eine nachhaltige Betriebsweise gegeben.

„Das bei Eko Dolina nun zum zweiten Mal beauftragte Konzept wird ein weiteres Beispiel für eine erfolgreiche Optimierung und Entlastung von Osmoseanlagen darstellen. Wir freuen uns an dem Deponiestandort Eko Dolina dieses ein weiteres Mal zeigen zu können und hoffen, dass noch weitere Deponiebetreiber diesem Weg folgen werden", sagt Agnieszka Stacha-Elsner, Sales Managerin Polen.

Juni 2015