01.08.2014
Umwelttechnik

Ein weiterer Auftrag aus Russland rundet ein erfolgreiches Jahr 2012 für WEHRLE ab

Die scheinbar unmögliche Aufgabe! Flüssige Gülle von über 200.000(!) Schweinen, vermischt mit Spülwasser aus den Ställen – eine Ausbringung als Dünger ist bei insgesamt 4.000 m³/Tag in einer Region mit langen Frostperioden keine Option. Selbst eine Konzentrierung von chemischem Sauerstoffbedarf (CSB) und Ammonium-Nitrat (NH4-N) mit Membranverfahren reicht hier nicht! Die einzige Möglichkeit ist, die Gülle für eine Indirekteinleitung aufzubereiten. Und, um es noch etwas spannender zu machen: „die Anlage muss kompakt sein!": in das bestehende Gebäude und die vorhandene Infrastruktur passen. Aber das Beherrschen von ‚scheinbar unmöglichen' Aufgaben in der Abwasserbehandlung ist ja exakt das, was die WEHRLE Umwelt GmbH aus Emmendingen bei Freiburg auszeichnet: mit einer Vielzahl von Referenzen in der industriellen Abwasserreinigung hat sich WEHRLE in 30 Jahren einen ausgezeichneten Ruf erworben.

Dieser Auftrag wird mit der BRS Biological Reactor Systems  aus Österreich abgewickelt. Der Anlagenstandort ist Chistogorsk, nahe Novokuznetsk in Sibirien, nur wenige Autostunden von der kasachischen und mongolischen Grenze entfernt. Die Distanz und das harsche Klima stellen für WEHRLE keine Schwierigkeit dar, schließlich hat der kleine Mittelständler aus dem Breisgau schon oft erfolgreiche Projekte in allen Ecken der Welt realisiert.

Die Dünngülle wird zunächst über einen Dekanter von den Feststoffen getrennt. Während aus den Feststoffen in der geplanten Biogasanlage erneuerbare Energie gewonnen werden soll, wird die Dünngülle in einem WEHRLE BIOMEMBRAT® Membran-Bioreaktor (MBR) behandelt. Im Bioreaktor werden Stoffe wie CSB und NH4-N um über 90% biologisch eliminiert. Die nachgeschaltete Ultrafiltration (UF) sorgt für einen feststofffreien Ablauf und hält die Bakterien im Prozess. Dadurch wird die Effizienz der Anlage gesteigert, was die geforderte kompakte Bauweise erst ermöglicht. Die extern aufgestellten Membranen (im Gegensatz zu den weitgehend üblichen Tauchmembranen) ermöglichen einen wirtschaftlichen Betrieb, sowie sauberen und einfachen Service und Wartungsarbeiten.

Von mehreren angefragten Lieferanten konnte nur WEHRLE ein auf die örtlichen und technischen Anforderungen angepasstes und überzeugendes Konzept darstellen. Dieses Beispiel zeigt abermals die hohe Lösungskompetenz von WEHRLE in der biologischen Behandlung schwieriger und hochbelasteter Abwässer. Die über Jahrzehnte aufgebaute Erfahrung mit anspruchsvollen Verfahrenskombinationen, schwierigen Abwässern und hohen Reinigungsanforderungen waren im Wettbewerb wieder einmal der entscheidende Vorteil und Voraussetzung für diese Kundenentscheidung.

Für Chistogorsk liefert WEHRLE das Engineering, Schlüsselkomponenten und –geräte, sowie mehrere Monate Dienstleistungen vor Ort, wie z.B. Supervision, Inbetriebnahme und Schulung. Die Inbetriebnahme ist für Januar 2014 geplant.

Autoren: Robert Körner (Leiter Vertrieb & Marketing, WEHRLE Umwelt GmbH)
              Cornelia Timm (Projektmanagerin, WEHRLE Umwelt GmbH)