04.08.2014
Umwelttechnik

Neuer Auftrag aus England: Sickerwasserreinigungsanlage für Mülldeponie

Viridor, eine der führenden Abfallentsorgungsgesellschaften in Großbritannien, mit Schwerpunkt Recycling und Erzeugung von erneuerbaren Energien, beauftragte die WEHRLE Umwelt GmbH mit der Planung und Lieferung, dem Bau sowie der Inbetriebnahme einer Sickerwasserreinigungsanlage nach dem BIOMEMBRAT®-Verfahren (Membranbioreaktor MBR Verfahren) sowie dem Wartungsservice für 1 Jahr.

Auf der Deponie Lean Quarry in Liskeard (Grafschaft Cornwall im Südwesten Englands) wurde bisher das anfallende Sickerwasser zur externen Entsorgung aufwändig mit Tankfahrzeugen abgefahren. Durch den geplanten Bau der Sickerwasserreinigungsanlage von WEHRLE kann der Kunde die Wirtschaftlichkeit verbessern und das Sickerwasser auf die geforderten Einleitgrenzwerte abreinigen sowie kostengünstig in die Kanalisation ableiten.

In einer öffentlichen Ausschreibung konnte sich WEHRLE gegenüber anderen Technologien und Mitbewerber durchsetzen. Das WEHRLE BIOMEMBRAT®-Konzept hebt sich besonders durch einen geringeren Flächenbedarf, niedrigere Investitionskosten und eine robuste, weltweit erprobte Technologie hervor. Darüber hinaus besteht bei diesem Konzept die Möglichkeit der einfachen Nachrüstung einer RO-Anlage (Umkehrosmose-Anlage). Diese kann eventuell notwendig werden, falls die Ablaufkonzentrationen für Schwermetalle und „Red-List Substances" mit der ersten Stufe nicht dauerhaft eingehalten werden können.

Der zu reinigende Tagesdurchsatz beträgt 55 m3/d bei maximalen Zulaufkonzentrationen von 7.500 mg/l CSB und 3.500 mg/l NH4-N.

Das Sickerwasser wird zunächst in einem Ausgleichstank gesammelt. Von dort wird es kontinuierlich der biologischen Stufe, bestehend aus einer Denitrifikation und Nitrifikation zugeführt. In der anschließenden Ultrafiltration wird die Biomasse abgetrennt und sicher zurückgehalten. Das gereinigte Sickerwasser wird in einen bestehenden Pumpensumpf abgeleitet und von dort in die Kanalisation gefördert.

Die neue Sickerwasserreinigungsanlage von WEHRLE wird mit der neusten Steuerungstechnologie ausgerüstet sein, welche Monitoring und Regelung der Anlage auch von extern erlaubt. Daten vom Prozess, sowie vom bestehenden Deponie-Sickerwassermanagement werden auf der WEHRLE-Steuerung sicher archiviert und regelmäßig an einen zentralen Server übermittelt.

Das Besondere an diesem Konzept ist, dass die Anlage aus zwei Containern bestehen wird (1 x Ultrafiltration und Schaltschrank-Container, 1 x Labor und Chemikalien Container). Die Containerbauweise verringert die Montagezeit vor Ort auf ein Minimum und ermöglicht eine sehr kurze Projektlaufzeit.

Die Inbetriebnahme der Anlage ist für September/Oktober 2013 vorgesehen.

 

Autoren: Gregor Streif, Elina Golami