09.10.2009
Umwelttechnik

AWM München rüstet Niedrigenergiefiltration nach dem BIOMEMBRAT®LE - Verfahren nach

Viele Deponiebetreiber stehen gegenwärtig vor der schwierigen Situation, weitreichende technische und wirtschaftliche Entscheidungen über die zukünftige Sickerwasserentsorgung treffen zu müssen. Bei aktuell noch hohen vorzuhaltenden Entsorgungskapazitäten wird mittelfristig infolge von Abdeckungsmaßnahmen auf den Deponien von einer kontinuierlichen Abnahme des Sickerwasseranfalles ausgegangen, wobei sich generell ein insgesamt steigendes Konzentrationsniveau abzeichnet. Zur anlagentechnischen Lösung der divergierenden Zielgrößen sind flexible und innovative Konzepte vor Ort gefragt, mit welchen alle Lastanforderungen wirtschaftlich abgebildet werden können, ohne unnötige Investitionen tätigen zu müssen.

Aus vorgenannten Gründen hat sich der größte kommunale Entsorgungsbetrieb Deutschlands - der Abfallwirtschaftsbetrieb der Stadt München (AWM) - im Frühjahr 2009 dafür entschieden, seine Sickerwasserreinigungsanlage aus dem Jahr 1998 mit einer besonders flexiblen Niedrigenergiefiltration zu modernisieren. Dabei kommt das zum Patent angemeldete und gebrauchsmustergeschützte BIOMEMBRAT®LE - Verfahren der WEHRLE Umwelt GmbH zur Anwendung. Zwei neuartige, leistungsfähigere und über einen großen Leistungsbereich stufenlos regelbare Ultrafiltrationsstrassen inkl. Rückspülmöglichkeit ersetzen die dreistufige Filtrationseinheit aus dem Jahr 1998.

Im Zuge der Projektabwicklung konnte die im eigenen Anlagenbetrieb der WUG entwickelte Ultrafiltration ihre Leistungsfähigkeit eindrucksvoll unter Beweis stellen.

Bei stabilen Abbauraten im biologischen Anlagenteil konnte der Energieeintrag in der Ultrafiltration bis zu 75% reduziert werden - gerade auch im Teillastbetrieb. So errechnet sich bei jährlich stark schwankenden Sickerwassermengen schnell ein betriebswirtschaftlicher Vorteil, welcher im Rahmen der Betriebsführung durch die WEHRLE Umwelt GmbH an den AWM weitergereicht werden konnte.

Die Modernisierung der Ultrafiltration wurde mit einer elektrotechnischen Revision verbunden - auch die Steuerungstechnik und Prozessleittechnik wurde auf den aktuellen Stand der Technik gebracht. Der komplette Leistungsumfang wurde vor kurzem termin- und leistungsgerecht vom AWM abgenommen. Weitere Ersatzinvestitionen waren nicht vonnöten - hier zahlte sich aus, dass der AWM München bereits 1998 die besonders langlebigen und zukunftssicheren Anlagenkomponenten der WEHRLE Umwelt GmbH erworben hat und so weitere Reinvestitionen nicht nötig waren.

Zusammenfassend hat sich der AWM München in langfristig kooperativer Partnerschaft mit der WEHRLE Umwelt GmbH mit einem Bruchteil der seinerzeitigen Investitionskosten eine betriebswirtschaftlich günstigere Entsorgungssicherheit für Sickerwasser für weitere 10 Betriebsjahre gesichert.

Autor / Quelle: M. Sengenleitner / J. Pieper