27.05.2010
Umwelttechnik

WEHRLE baut die größte Sickerwasserreinigungsanlage in Tunesien

Nachdem die WEHRLE Umwelt GmbH bereits zwei Aufträge für den Bau der Deponiesickerwasserreinigungsanlagen in Sousse und Nabeul realisieren konnte, hat die WEHRLE Umwelt nun den Auftrag für den Bau und die Inbetriebnahme der größten Deponie in Tunesien, Djebel Chékir im Governorat Gran Tunis, erhalten.

Betreiber der genannten Deponie, und damit auch für die Sickerwasserbehandlung verantwortlich, ist das tunesisch-französische Konsortium Pizzorno-AMSE im Auftrag der Agence Nationale de Gestion des déchets, kurz ANGed.

Da die Deponie schon mehrere Jahre in Betrieb ist und bisher das anfallende Sickerwasser unbehandelt vor Ort in großen Lagunen gespeichert wurde, ist das zu behandelnde „alte" Sickerwasser aufgrund von Aufkonzentrierung durch Verdunstung und hohen Salzkonzentrationen sehr stark belastet. Die zusätzlich neu anfallenden Sickerwässer zeichnen sich durch eine sehr hohe organische Belastung aus. Diese Zusammensetzung stellt erhöhte Anforderungen an die Verfahrenstechnik, insbesondere an die Konstruktion der Belüftung in der biologischen Stufe sowie an die Ausführung der Steuerung.

Zur Vorbehandlung des öl- und fetthaltigen Sickerwassers werden eine Siebung sowie eine Druck-Entspannungs-Flottation eingesetzt. Hier wird bereits ein Großteil der sedimentierbaren und flottierbaren Inhaltsstoffe entnommen. Organische Komponenten werden im Membranbioreaktor nach dem Belebtschlammverfahren abgebaut. Dabei kommen höchst effektive Belüftungssysteme mittels Ejektoren zum Einsatz. Auf diese Weise können die Organismen zuverlässig mit ausreichend Sauerstoff versorgt werden, um einen weitestgehend vollständigen Abbau der organischen Inhaltsstoffe sicherzustellen. Zuletzt werden die nicht abbaubaren Inhaltsstoffe wie refraktärer CSB und Salze in einer Umkehrosmose zurückgehalten.
Abgerundet wird das Konzept mit einer Schlammentwässerung und einer Einheit zur Kühlung der Biologie.

Das Projektvolumen beträgt ca. 3 Millionen Euro. Die Inbetriebnahme der Anlage ist für Januar 2011 geplant.

Mit diesem Konzept steht dem tunesischen Markt eine Problemlösung zu Verfügung, die eine zuverlässige Sickerwasserreinigung gewährleistet, und die Verwendung des gereinigten Wassers, z. B. zur Bewässerung in der Landwirtschaft, zulässt.

Autor: Anna Natau