17.06.2020
Energietechnik

Geplante Klärschlamm- monoverbrennungsanlage in Bayern

Zur dezentralen Entsorgung von 3 t/h Klärschlamm befindet sich eine Klärschlammmonoverbrennungsanlage im niederbayrischen Landkreis Straubing-Bogen in der Genehmigungsphase. Für die Wirbelschichtanlage mit 3,75 MWth Leistung wurde die Prozesstechnik weiterentwickelt, um eine besonders phosphorreiche und schadstoffarme Qualitätsasche zu erzeugen, die die Weiterverarbeitung zu Dünger erleichtern soll.
Geplant und gebaut wird die energieautarke Anlage schlüsselfertig vom badischen Energietechnikspezialisten WEHRLE-WERK AG. Planerisch begleitet wird das Gesamtprojekt durch das Ingenieurbüro Rückert NatUrgas GmbH aus Lauf a. d. Pegnitz.
Aufgrund der Anlagengröße kann die Genehmigung im vereinfachten Verfahren nach der 4. BIm-SchV erfolgen. Emissionstechnisch werden die Grenzwerte nach der 17. BImSchV bzw. bereits nach den Grenzwerten der neuen BREF-Richtlinie eingehalten.
Durch die eingesetzte Verfahrenstechnik fallen etwas mehr als 80 % der Klärschlammasche als Qualitätsasche an, die schadstoffentfrachtet für die Phosphorrückgewinnung zur Verfügung steht. Durch die thermische Nutzung des Klärschlamms in der Wirbelschichtfeuerung werden bei Temperaturen von über 850 °C alle organischen, endokrinen und pathogenen Schadstoffe sicher zerstört.
Die nicht verbrennbaren Schadstoffe des Klärschlamms gehen nach der Abscheidung der phosphorhaltigen Qualitätsasche nahezu vollständig in die Restasche bzw. Filterrückstände über, die extern entsorgt werden.
Das immissionstechnische Umweltgutachten attestiert diesem Verfahren eine Unbedenklichkeit und Immissionswerte deutlich unterhalb der Bagatellschwellenwerte. Das Verfahren erfüllt zudem die Irrelevanzkriterien an alle schutzwürdigen Nutzungen im Umkreis der Anlage. Die Anlage ist außerdem
so konzipiert, dass keine technischen Abwässer anfallen.
Die Inbetriebnahme ist geplant für die zweite Jahreshälfte 2021. Der dezentrale Entsorgungsansatz verkürzt die Lieferstrecken für Klärschlamm und reduziert den verkehrsbedingten Feinstaub und die CO2-Belastung durch dieselgetriebene LKWs.

Klärschlammmonoverbrennungsanlage für 3 t pro h bzw. 3,75 MWth komplett
 

WEHRLE: Geplante Klärschlammmonoverbrennungsanlage in Bayern